Nach den fulminanten ersten beiden Teilen des „Ring des Nibelungen“
aus Sofia, war man gespannt auf den „Siegfried“, der nicht ohne Grund
als der schwierigste Teil der Tetralogie gilt. Anders als in „Rheingold“
und „Walküre“ sind hier zumeist nur zwei handelnde Personen
gleichzeitig auf der Bühne, was vom Regisseur die Fähigkeit zu guter
Personenregie verlangt. Leider hält Plamen Kartaloff in dieser Hinsicht
nicht das Niveau der vorangegangenen Arbeiten. Das stumme Auftreten von
Siegfrieds toten Eltern ist ein wenig kitschig, vor allem dramaturgisch
völlig unnötig. Originell ist dagegen, im Vorspiel pantomimisch
Siegfrieds Geburt und frühe Kindheit kurz aufblitzen zu lassen.
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