Richard Strauss’ „Metamorphosen“ entstanden aus tiefer Trauer über die Kriegszerstörungen

Richard Strauss’ „Metamorphosen“ entstanden aus tiefer Trauer über die Kriegszerstörungen

In der Endphase des zweiten Weltkrieges begann Richard Strauss, erschüttert über die Zerstörungen dieses Krieges, an einem Stück für Streichorchester zu schreiben. Ursprünglich hatte er es als Streichseptett geplant, vollendete es aber zunächst nicht. Als ihn die Nachricht von der Zerstörung der Wiener Staatsoper am 12. März 1945 erreichte, begann er an dem Werk weiter zu arbeiten. Innerhalb weniger Wochen entstand nun die heute bekannte Fassung für 23 Streicher. Der Schweizer Mäzen und Dirigent Paul Sacher hatte das Werk in Auftrag gegeben und leitete auch seine Uraufführung mit den Collegium Musicum Zürich 1946.

Die Motive des Stückes befinden sich während der knapp halbstündigen Dauer in ständiger Veränderung und Variation. Das mag zu dem Titel geführt haben, geäußert hat Strauss sich dazu nicht. Zitiert wird vom Komponisten der Trauermarsch aus Beethovens „Eroica“, getragen und wehmütig ist der Duktus dieser Musik, die tiefe Emotionen transportiert. Es ist eine der letzten vollendeten Kompositionen von Richard Strauss und nimmt in seinem Schaffen einen nicht unwesentlichen Platz ein.

Bereits im Jahr 1943 entstand die Sonatine für Bläser, der Strauss den Namen „Aus der Werkstatt eines Invaliden“ mitgab. Dieses Werk ist von gänzlich unterschiedlichem Charakter, scheint sogar eine gewisse heitere Verspieltheit zu transportieren, aber tatsächlich scheint es eine schmerzliche Reminiszenz an bessere und frohere Zeiten zu sein. Immer wieder entdeckt man Eigenzitate des Komponisten, aber der gewählte Titel bezieht sich auf Strauss’ Verletztheit.  Es ist eine schöne Idee, diese beiden späten Werke für dieses Album zu kombinieren. Es entstand indirekt aus den Zwängen der Corona-Zeit, die Aufführungen in größerer Besetzung unmöglich machten, weshalb man auf die beinahe kammermusikalischen Stücke von Strauss zurückgriff.

Der hervorragende Klangkörper des Salzburger Mozarteumorchesters beweist damit seine über die Werke des Salzburger Meisters hinausgehende Kompetenz, in Riccardo Minasi steht ein renommierter und erfahrener Dirigent am Pult.

Von den beiden Werken existieren nicht sehr viele Einspielungen, umso mehr muss man diese gelungene Produktion begrüßen.

Richard Strauss
Metamorphosen

Sonatine für Bläser

Mozarteumorchester Salzburg
Riccardo Minasi

Berlin Classics  0303020BC

zuerst erschienen bei http://www.klassik-begeistert.de

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