“Siegfried” aus Sofia mit Strahlkraft

Nach den fulminanten ersten beiden Teilen des „Ring des Nibelungen“ aus Sofia, war man gespannt auf den „Siegfried“, der nicht ohne Grund als der schwierigste Teil der Tetralogie gilt. Anders als in „Rheingold“ und „Walküre“ sind hier zumeist nur zwei handelnde Personen gleichzeitig auf der Bühne, was vom Regisseur die Fähigkeit zu guter Personenregie verlangt. Leider hält Plamen Kartaloff in dieser Hinsicht nicht das Niveau der vorangegangenen Arbeiten. Das stumme Auftreten von Siegfrieds toten Eltern ist ein wenig kitschig, vor allem dramaturgisch völlig unnötig. Originell ist dagegen, im Vorspiel pantomimisch Siegfrieds Geburt und frühe Kindheit kurz aufblitzen zu lassen.

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Schuberts/ Zenders “Winterreise” als Ballett: Getanzte Einsamkeit

Der im Jahr 2019 verstorbene Dirigent und Komponist Hans Zender hat mit dieser „komponierten Interpretation“ von Franz Schuberts Liederzyklus Winterreise eine interessante und erfolgreiche Erweiterung der Interpretationsmöglichkeiten dieses Werkes geschaffen. In der Fassung für Kammerorchester und Tenor ergeben sich Möglichkeiten der Vertiefung der Komposition Schuberts, ohne in das Werk einzugreifen, oder es zu verändern.

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Andris Nelsons und die Berliner Philharmoniker: Abseits der Trampelpfade

Ein ungewöhnliches Programm hatte  Andris Nelsons, gern gesehener Gast am Pult der Berliner Philharmoniker, für dieses winterliche Konzert gewählt. Im ersten Teil konnte das Publikum gleich zwei angenehme Überraschungen erleben. Das etwa 15-minütige Stück des estnischen Komponisten Jüri Reinvere, das auf spirituelle Weise  die gefühlte Nähe Mozarts zu seiner Schwester Maria Anna ausdrücken will, entspinnt sich aus zarten Streicherklängen, die eine dichte, durchaus melodische Intensität herstellen. Ein sanftes, ansprechendes Werk, für das der anwesende Komponist verdienten Beifall erhält.

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„Orpheus in der Unterwelt“ an der Komischen Oper Berlin: Sorgenbrecher Offenbach
Orpheus in der Unterwelt (2019/21, Kosky) - Rezensionsmotiv

„Orpheus in der Unterwelt“ an der Komischen Oper Berlin: Sorgenbrecher Offenbach

Bereits im Jahr 2019 hatte diese Produktion ihre Premiere bei den Salzburger Festspielen. Schon bald danach sollte sie ihre Berliner Aufführung an der Behrenstraße erleben, was durch die Corona-Pandemie, wie so vieles, verhindert wurde.

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Barrie Koskys „Don Giovanni“ in Wien: So viel Da Ponte gab es noch nie

Die ersten Minuten ist man etwas irritiert: eine leere Bühne, der Boden aus zerklüfteten Felsen, die Darsteller in Alltagskleidung. Relativ schnell wird aber klar, was Barrie Koskys Konzept ist: er vertraut dem genialen Librettisten Lorenzo Da Ponte und setzt dessen…

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