Marina Viotti entstammt einer hoch musikalischen Schweizer Familie. Die Tochter des Dirigenten Marcello Viotti und Schwester des aufstrebenden Lorenzo Viotti studierte zunächst Philosophie, Literatur und Flöte, ehe sie sich zur Ausbildung ihrer Stimme entschloss. In den letzten Jahren nahm ihre Karriere an Fahrt auf, inzwischen singt sie an ersten europäischen Opernhäusern.
Auf dem nun vorgelegten Album interpretiert sie Musik von Vivaldi, Porpora und Porta, sämtlich zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstanden. Es handelt sich bei den Stücken um keine Opernarien, sondern um Kantaten, eine Motette, also geistliche Werke. Ergänzt wird das Programm durch ein Violinkonzert Antonio Vivaldis.
Alle drei hier vertretenen Komponisten schufen, dem Zeitgeschmack entsprechend, virtuose vokale Werke, die den entsprechend ausgebildeten Sängern reichlich Gelegenheit zur Entfaltung ihrer vokalen Fähigkeiten boten. In einer solchen Tradition bewegt sich Marina Viotti mit ihrem hell timbrierten Mezzosopran, der über eine ausgezeichnete Technik verfügt. Obwohl keine ausgesprochene Spezialistin für barocke Werke, besticht die Sängerin durch die Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme.
Das Orchestre de l’Opéra Royal breitet einen authentischen Klangteppich für die Sängerin aus, geleitet wird es von Andrés Gabetta. Der französisch-argentinische Musiker machte als Geiger bereits international Furore.
Vivaldis Violinkonzert RV 387 gibt ihm Gelegenheit sich auf dieser CD auch als Solist zu beweisen. Insgesamt ist die Einspielung eine gelungene Zeitreise in das frühe 18. Jahrhundert.
Marina Viotti Prime Donne
Vivaldi Porpora Porta
Andrés Gabetta
Orchestre de l’Opéra Royal
CVS 157
zuerst erschienen bei http://www.klassik-begeistert.de