In den letzten Jahren hat sich die Karriere der schwedischen Sopranistin Malin Byström international schnell entwickelt. In zahlreichen Partien des jugendlich-dramatischen Faches konnte sie auch an großen Häusern wie München und Wien beachtliche Erfolge feiern.
Das schwedische Label BIS veröffentlicht nun eine CD, die neben drei Szenen aus Opern von Richard Strauss auch die große Fidelio-Arie, die Arie der Agathe aus dem „Freischütz“ und Korngolds unverwüstliches „Glück, das mir verblieb“ enthält.
Das sind deutlich Grenzpartien für die Sängerin, wie sich schon in der Brautnacht-Szene aus der „Ägyptischen Helena“ zeigt. Die großen, hier geforderten Bögen gelingen zwar, klingen aber doch fatal grenzwertig. Beethoven und Weber gelingen relativ problemlos, ebenso die Korngold-Arie. Aber die Szene der Gräfin aus „Capriccio“ und Salomes Schlussgesang erweisen sich erneut als Grenzwert für Byströms Stimmvolumen. Sie bewältigt sie zwar, klingt dabei aber deutlich angestrengt, was dem Hörgenuss nicht zuträglich ist.
Auf der Habenseite schlägt eine idiomatisch saubere Textbehandlung zu Buche, im lyrischen Bereich blüht die Stimme auch schön auf und entfaltet ein ansprechendes Timbre. Vielleicht sollte sich die Sängerin mehr auf ein lyrisches Repertoire konzentrieren.
Das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra unter Thomas Sꝋndergård ist eine sichere Bank und beweist musikalische Kompetenz. Erstaunlich, dass die Aufnahmen zum Teil bereits 2020 stattfanden, und sich bis in das Jahr 2024 hinzogen.
Bei allen stimmlichen Qualitäten Byströms möchte man die Künstlerin doch vor weiteren Überschreitungen der Fachgrenzen warnen.
Malin Byström
German Opera Scenes and Arias
Thomas Sꝋndergård
Royal Stockholm Philharmonic Orchestra
BIS 2775
zuerst erschienen bei http://www.klassik-begeistert.de