Bereits im vierten Jahr findet das Klavierfest Weissensee im Kulturzentrum Peter Edel, direkt am See statt. Von der Pianistin Eri Mantani begründet, hat es sich erfreulich gut etabliert. In diesem Jahr steht der Komponist Franz Liszt mit seinen Kompositionen, aber auch mit seinen berühmten Transkriptionen fremder Werke im Mittelpunkt.
4. Klavierfest Berlin-Weißensee
Franz Liszt Transformation
Wo Licht und Dunkel sich berühren
Katharina Treutler, Klavier
Samstag, 21. März 2026
Das Aufblühen der Strahlen im Tanz
Florian Noack, Klavier
Sonntag, 22. März 2026
Festsaal des BuK Peter Edel, 21. und 22. März 2026
Auch diesmal ist es den Veranstaltern gelungen, außergewöhnliche Künstler für die Konzerte zu gewinnen.
In dem Konzert am Samstagabend erlebte man die Pianistin Katharina Treutler mit einem sehr abwechslungsreichen Programm. Sie konzentrierte sich hauptsächlich auf Bearbeitungen und Transkriptionen, so etwa Bach in den Versionen von Busoni, Siloti und Liszt, gefolgt von einem Impromtu Schuberts, Liszts Transkriptionen eines Schumann-Liedes, zweier Schubertlieder und schließlich Isoldes Liebestod.

Als krönenden Abschluss bot Treutler eine atemberaubend virtuose Interpretation von Liszts Faustwalzer Nr. 1. Die Künstlerin scheint während des Spiels wie entrückt und scheint förmlich mit dem Bechstein-Flügel zu verwachsen, es gelingen ihr sehr persönlich gefärbte Interpretationen, spätestens der spektakuläre Faust-Walzer reißt das Publikum beinahe von den Sitzen.
Der Sonntagabend gehörte dem belgischen Pianisten Florian Noack, der sich selbst bereits einen Namen mit Transkriptionen gemacht hat. Zum Einstieg wählte er Schuberts Sonate op. 147, bei der er bereits sein großes technisches Können, gleichzeitig aber auch seine Fähigkeit zur Interpretation unter Beweis stellte.

Es folgten drei Etuden Liszts, nach der Pause brachte er Liszts Wiegenlied, Ungarische Rhapsodie Nr. 11 und schließlich den Mephisto-Walzer Nr. 2 zu Gehör. Letzterer ist ein wahres Schaustück, das Noack mit einer an Akrobatik grenzenden Virtuosität bis in alle Facetten auslotete.
Das offizielle Programm beendete er mit einer eigenen Transkription von Rimski-Korsakows Scheherazade, bei der er alle Register seines Könnens zog und das Publikum begeisterte, das sich noch einige kurze Zugaben erklatschte.
Bei beiden Künstlern beeindruckte die virtuose Beherrschung ihres Instruments, die schier unglaubliche Gedächtnisleistung, solche Programme alle auswendig zu spielen, aber auch die Vermittlung jener Dimension der Musik, die nicht in den Noten steht.
Man fühlt sich beschenkt, und verlässt den Konzertsaal bereits mit Vorfreude auf das nächste Klavierfest Weissensee, dessen Termine bereits feststehen.
zuerst erschienen bei http://www.klassik-begeistert.de