Idomeneus, in der griechischen Mythologie König von Kreta, ist als
Titelheld von Mozarts Oper weithin bekannt. Tatsächlich gab es aber
schon längere Zeit vor Mozart eine Oper, deren Held er ist.
Der französische Komponist André Campra führte seine Vertonung
bereits 1712 in Paris auf, knapp siebzig Jahre bevor Mozarts „Idomeneo“
erstmals in München erklang. Dieser große zeitliche Unterschied erklärt
sowohl die stilistischen als auch die dramaturgischen Unterschiede der
beiden Opern. Erfüllt sich bei Campra das grausame Schicksal des
Kreterkönigs, so lässt Mozart seine Version mit dem damals üblichen
„lieto fine“, also einem glücklichen Ausgang enden.
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