Lorin Maazel beweist am Pult großer Orchester seine stilistische Vielseitigkeit

Lorin Maazel beweist am Pult großer Orchester seine stilistische Vielseitigkeit

Der Dirigent Lorin Maazel galt stets zurecht als Kosmopolit, er entstammte einer jüdisch-ukrainischen Familie und wurde in Frankreich geboren. In jungen Jahren wurde er als musikalisches Wunderkind bezeichnet, und setzte konsequent seine musikalische Ausbildung fort. Im Laufe seiner lebenslangen Karriere war er zeitweilig Chefdirigent von bedeutenden Orchestern, auch als Direktor der Wiener Staatsoper wurde er verpflichtet.

Diese wechselnden Verpflichtungen finden auch ihren Niederschlag in den hier zusammengestellten Einspielungen, die über einen Zeitraum von vierzig Jahren entstanden sind.

Mit den Berliner Philharmonikern spielte er die 7. Und 8. Symphonie Anton Bruckners, und das 1. Violinkonzert Sergei Prokofievs und jenes von Tchaikovsky mit dem Solisten Frank Peter Zimmermann ein, ebenso die Slawischen Tänze Antonín Dvořáks.

Großen Raum nehmen die Klavierkonzerte von Brahms, Tchaikovsky, Ravel, Bartók und Prokofiev in der Edition ein. Brahms’ 2. Klavierkonzert mit Sviatoslav Richter und dem Orchestre de Paris ist eine herausragende Aufnahme, ebenso bedeutsam ist die Einspielung der drei Klavierkonzerte Tchaikovskys mit Emil Gilels als Solist und dem New Philharmonia Orchestra. Die beiden Konzerte Maurice Ravels spielt Jean-Philippe Collard mit dem Orchestre National de France, für Ravels Orchesterwerke wählte Maazel das New Philharmonia Orchestra. Bartóks Klavierkonzert Nr.2 und Prokofievs 5. interpretiert Sviatoslav Richter, ersteres mit dem Orchestre de Paris, letzteres mit dem London Symphony Orchestra.

Mit dem Philharmonia Orchestra entstanden die Aufnahmen mit Tondichtungen von Claude Debussy, Modest Mussorgskys und Richard Strauss’ Zarathustra und Till Eulenspiegel.

Im letzten Drittel der Kompilation kommt der Operndirigent Maazel zu seinem Recht. Die kompletten Aufnahmen von „Otello“, „Carmen“ und „Thaïs“ entstanden zwischen 1976 und 1985.

Massenets Oper wurde in der Starbesetzung Beverly Sills, Sherrill Milnes und Nicolai Gedda mit dem New Philharmonia Orchestra in London eingespielt. Die berühmte „Meditation“, ein Geigensolo, wird vom ausgebildeten Geiger Maazel gefühlvoll interpretiert.

Die Gesamtaufnahme der „Carmen“ entstand für einen Film als Soundtrack im Studio von Radio France mit Plácido Domingo, Ruggero Raimondi und der sehr hell timbrierten Julia Migenes Johnson in der Titelrolle.

Ebenfalls für eine Verfilmung wurde Verdis „Otello“, erneut mit Plácido Domingo, Katia Ricciarelli und Justino Díaz aufgezeichnet, wobei Chor und Orchester der Mailander Scala für Authentizität sorgen.

In der Vielfalt der Stile, der Werkgattungen und dem Zusammenspiel mit mehreren Orchestern und bedeutenden Solisten bildet sich der Kosmopolit Lorin Maazel und seine bedeutende künstlerische Potenz facettenreich ab, und erinnert an den 2014 verstorbenen, aber unvergessenen großen Musiker.

Lorin Maazel

The complete Warner Edition
Recordings from 1962-2002

zuerst erschienen bei http://www.klassik-begeistert.de

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